Grenzsteine

 

Die historischen Grenzsteine bei Isny.

Im 19. Jahrhundert wurden 186 aus Sandstein gemeißelte Grenzstelen entlang der 33 Kilometer langen Grenzlinie der Stadt Isny gesetzt. Sie markierten die Grenze zwischen den Königreichen Bayern und Württemberg.

Die Steine sind mit fortlaufenden Nummern versehen. Auf der einen Seite findet sich der Buchstabe „W“ beziehungsweise „K.W.“ für Württemberg, auf der gegenüberliegenden Seite „B“ beziehungsweise „K.B.“ für Bayern. Auf den Köpfen der Steine weist eine eingemeißelte Rinne auf den Grenzverlauf hin und stellt symbolisch die Verbindung zum jeweils nächsten Grenzstein her.

Heute befinden sich die Grenzsteine im Besitz der Vermessungsämter der beiden Länder. Sie sind nach wie vor aktive Grenzmarkierungen und stehen unter besonderem Schutz. Eine Beschädigung oder Entfernung kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Darüber hinaus genießen die hoheitlichen Grenzsteine den Schutz als Kulturdenkmale nach § 2 des Denkmalschutzgesetzes.

In den vergangenen Jahrzehnten sind etliche dieser historischen Steine verschwunden oder beschädigt worden. Forstmaschinen und Mähwerke nehmen auf die steinernen Zeugen der Vergangenheit leider nur selten Rücksicht – für die moderne Bewirtschaftung stehen sie oftmals im Weg.

Dabei sind die Grenzsteine weit mehr als bloße Vermessungspunkte. Als Zeugen und Wächter einstiger politischer Grenzen erinnern sie an eine Zeit, in der sich Herrschaftsgebiete, Staaten und Lebenswelten an solchen Linien voneinander abgrenzten. Heute weisen sie – im besten Fall – auf Übergänge zu anderen Ländern hin und machen Geschichte unmittelbar in der Landschaft sichtbar.