Museum im Wassertor

Der ehemalige dunkle Gefängnisraum im untersten Geschoss des Wassertor-Museums vermittelt einen guten Eindruck wie "komfortabel" es die Gefangenen früher hatten. 500 Jahre lang haben sich die Gefangenen des Wassertors an der Wand verewigt. Allzu lange musste wohl niemand im Gefängnis schmachten: Die längste Strichliste weist 38 Markierungen auf. Es reichte schon laut zu lärmen, zu viel zu trinken oder Gotteslästerungen auszustoßen um hier zu landen. Das geht aus historischen Gerichtsakten hervor. Die älteste Kritzelei im Turm stammt aus dem Jahr 1492, die letzten Übeltäter saßen hier während des Ersten Weltkriegs ein. 

Im Stockwerk darüber ist die Geschichte der Feuerwehr dokumentiert, samt Schild, das hinter dem Feuerwehrkommandanten hergetragen wurde, damit dieser auch im Getümmel eines Löscheinsatzes zu entdecken war.

Der Reichtum des mittelalterlichen Isnys basierte auf dem Leinwandhandel, dessen Grundlage wiederum der Flachs war. Von der Flachsbearbeitung, über die städtischen Bleichen bis hin zum fertigen Produkt und der Qualitätsprüfung bei der "Leinwandschau", können die Besucher auf zwei Etagen in die Zeit vor der Verbreitung der Baumwolle eintauchen.

Ganz oben von der Türmerwohnung reicht der Blick weit hinaus  - über die Stadt und hinüber bis zur Adelegg. Die Familie des letzten Türmers wohnte bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Turm, sanitäre Anlagen und fließendes Wasser wurden erst 1940 eingebaut. Im hölzernen Glockenstuhl mit barocker Zwiebelhaube hängt eine fünf Zentner schwere Glocke von 1643.

Öffnungszeiten
Mai bis Oktober
Führung jeden Sa 14 Uhr
Eintritt 3 € | ermäßigt 2 €

Wassertor-Museum
Wassertorstraße 52
88316 Isny im Allgäu